„Erzähl mal einen Schwank aus deiner Jugend.“

Fällt dir bei so einer Aufforderung gleich etwas ein?

Mir nicht.

Solang ich meine Basis nicht kannte, wußte ich oft nicht, wie ich mit anderen ins Gespräch kommen konnte. Worüber ich reden sollte. Mir fiel nichts interessantes ein.

Und ich fragte mich: „Warum bekomme ich keine Verbindung zu anderen Menschen?“

Kennst du das auch? Obwohl ich soviel wahrnahm, fiel mir nicht ein, was ich erzählen konnte – wie leer war dann mein Gehirn. Ich hörte lieber zu. Und hinterher war ich müde, ausgelaugt.

Auch heute noch beobachte ich viel lieber. Weil es einfach ein Verhaltensmuster meiner Basispersönlichkeit ist.  

„Erzähl mal einen Schwank aus deiner Jugend.“

Bei dieser Aufforderung und sicher gut gemeinten Absicht,

  • mich einzubeziehen,
  • mich kennenlernen zu wollen,
  • dazu beizutragen, die Gruppe zu unterhalten,
  • damit das Zusammensein zu einer schönen Erinnerung zu gestalten,
  • die Verbindung zu anderen Menschen herzustellen

… fiel mir spontan nie etwas ein. Zu persönlich waren manchen Erlebnisse für mich. Aus meiner Sicht hatte ich in dem Erlebnis kein gutes Bild abgegeben. Mein Perfektionismus Super-Woman sein zu wollen, leitete mich da. Ich sortierte diesen Schwank aus und zuckte mit den Schultern. „Mir fällt nichts ein.“

Heute kenne ich die Mechanismen, die da wirkten. Auch dass mein Selbstbewusstsein sehr niedrig war. Ein Mensch mit gesundem Selbstbewusstsein, der mit sich im Reinen ist, kann über seine missglückten Versuche lachen. UND weiß, Versuche gehören dazu. Es ist völlig ok zu scheitern, denn NUR daran kann er lernen und wachsen.

Mittlerweile fällt es mir leichter, etwas zu erzählen. Ich verrate dir, was ich tue, damit das so ist. Ich gehe raus, unternehme etwas, erlebe etwas und kann darüber erzählen. Ich überlege was ich in der letzten Zeit erlebt habe. Manche Geschichten schreibe ich mir auf. Denn in der Schnelllebigkeit geraten viele Erlebnisse in Vergessenheit – ein völlig normaler Prozess unseres Gehirns.

Kurz und Knapp: Ich bereite mich auf solche Abende vor. 

Ohne diese Strategie fällt mir auch heute noch selten etwas spontan ein.

Auch du kannst das tun. Schreib dir auf, was du unterhaltsames erlebt hast.

Notier dir die Weiheit, dass Fehlversuche dazu da sind, zu lernen und zu wachsen.

Wenn alles beim ersten Versuch glatt läuft kannst du dich nicht weiterentwicklen. Fehlversuche sind die Wege zu den Schatzkammern in dir. Es warten darin als Geschenk die Puzzelteile zu deiner Persönlichkeit. 

alles Liebe

deine Heike 💎

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