Mythos Hochbegabung Teil I

Hochbegabte Menschen waren in der Schule die Einser-Schüler und sind als Erwachsene diejenigen, die komplexe Algorithmen und Strategien im Kopf berechnen können. 

Oder sie spielen seit sie drei Jahre alt sind ein Instrument, tanzen, singen usw.

Das sind kleine Genies, hochtalentierte Menschen. Bestimmt auch hochbegabt.

Viele hochbegabte Menschen fallen nicht durch ihre Noten auf. Sie liegen im 2-3er Bereich. Manchmal auch darunter. 

Das liegt daran, dass sie immer neuen Input wollen. Keine Wiederholungen. Obwohl Wiederholungen die Erinnerung festigen. Das ist ihnen nicht wichtig. Haben sie etwas zu ~ 70% verstanden wird das Thema langweilig. Sie brauchen neuen Input. Der auch interessant und spannend vermittelt wird. Bekommen sie das nicht, schalten sie ab.

Hausaufgaben, üben und lernen mögen sie nicht. Hier brauchen sie Unterstützung, Routinen und Strategien, damit sie sich diesen – für sie- langweiligen Aufgaben stellen. 

Sie verstehen schnell Zusammenhänge. Wird es uninteressant oder zu langsam, weil die Mitschüler noch üben und Fragen haben, besteht die Gefahr, dass sie aus dem Fenster schauen oder sich mit etwas ablenken. So verpassen sie den Anschluss an neue Inhalte und kommen wirklich nicht mehr mit.

Das Potenzial einer Hochbegabung zu haben heißt noch lange nicht, dass jeder, der seit Geburt damit ausgestattet ist, es auch schulisch einsetzen kann und will. 

Manchen reicht es aus, ohne Anstrengung durch die Schulzeit zu kommen. Sie wollen kein Gymnasium besuchen. Ihnen sind andere Beschäftigungen wichtiger. 

Sie schreiben ohne Anstrengung eine 2 oder 3. Warum sollen sie sich anstrengen und Zeit mit lernen vertrödeln? 

Auch hochbegabte Schüler können durch ihre Abschlussprüfung fallen. Weil sie nicht gelernt haben.

Viele hinterfragen, wozu sie etwas lernen. Wozu wird ihnen der Lernstoff nützlich sein? Können sie den Sinn dahinter nicht erkennen, wird es uninteressant und nicht weiter gemerkt. Auch das zeigt sich in den Noten.

Oder sie gehen vor dem Abschluss von der Schule ab. Hier ist die typische Eigenschaft des Idealismus stark ausgeprägt. Aus Reportagen mit Straßenkindern höre ich öfter raus, dass sie mit dem System, der Gesellschaft und der Anpassung an Gesellschaft und System nicht klar kommen.

Und ich denke mir, wen diese Menschen zum Begabungsdiagnostiker gehen würden, würde sich oft ein Wert über 115 – also mindestens überdurchschnittlich intelligent – zeigen. 

Das familiäre Umfeld spielt neben der Schule eine entscheidende Rolle, über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Es ist, wie alles individuell. Passen die Charaktere von Kind und Eltern zusammen? Wird es so angenommen wie es ist? Wird es gefördert oder ist es auf sich gestellt? Braucht es seine Intelligenz, um zu überleben oder kann es sie dafür nutzen, sich gezielt interessanten Themen zuzuwenden.

Mit dem Interesse und Desinteresse / Langeweile besteht der Zusammenhang zur Konzentration und Merkfähigkeit. Ist das Interesse da, können sie sich viel zum Thema merken und ihr Potenzial einsetzen. Da, wo es an Interesse fehlt, sinkt die Merkfähigkeit und Konzentration. Ganz normal. Egal wie hoch der IQ ist.

Und genau deswegen ist es bei unerkannter Hochbegabung und fehlender Förderung so wichtig und nötig, von außen erkannt zu werden. Denn nur wenn du Wissen hast kannst du selber handeln und dein Leben in die Bahnen lenken, wo du hin willst.

In Teil II erfährst du weitere Punkte, warum nicht alle hochbegabten Menschen in der Schulzeit Einser-Schüler gewesen sind.

Liebe Grüße

deine Heike 💎

Scroll to Top
%d Bloggern gefällt das: